Droenhaus Label



Woher kommt der Namen des Labels? Gibt es eine spezielle Bedeutung? Ist der Name ein Wortspiel? Ausdruck der Labelphilosophie, oder rein zufällig entstanden?
Der Name, der ist bei ner Probe entstanden, irgendwann Anfang 2008. Aber eine Philosophie steckt nicht wirklich dahinter. Wir bringen ja nicht nur Drones raus, das könnte man ja meinen, ist aber nicht so. Über das Logo hab ich mir da schon deutlich mehr Gedanken gemacht, da wollte ich was Prägnantes.

Wann, und von wem, wurde das Label gegründet?
Von mir im Dezember 2008.


Was war der Antrieb bzw. Hintergrund ein Label zu gründen? Begann alles aus Spaß, oder schon als ausgewachsene Geschäftsidee?
April 2008, so irgendwann dann, hab ich spasseshalber mal ne Aufnahme von mir auf 7” vinyl pressen lassen. Die gingen dann seltsamerweise Ruckzuck weg, die Aufnahme war so gesehen eigentlich wirklich sch... schlecht, auch überhaupt kein Vinylmastering, oder so. Egal, so hat sich das dann irgendwie alles entwickelt. Ganz zu Anfang war da kein Gedanke, die Sache irgendwie als richtiges Label zu starten.


Gibt es weitere Sublabel? Wann und warum kamen diese dazu?

Nee, da werden keine dazu kommen. Das würde, glaube ich, auch keinen Sinn machen.



Wie kann man das Label, oder die Sublabel stilistisch einordnen? Gibt es klare musikalische Grenzen? Wo möchtet ihr am liebsten eingeordnet werden?
Ich glaube, das kann man nicht so wirklich, ist aber auch gut so. Wir würden Grundsätzlich alles rausbringen, was uns gefällt, das kann schon sehr unterschiedlich sein.
Musikalische Grenzen? Also, ich denke mal Reggae und irgend  ein Ska wirds wohl nicht werden, Gangsta HipHop oder volkstümlicher Schlager bestimmt auch nicht.


Welche Medien veröffentlicht ihr? MP3, CD, Vinyl... Werdet ihr zukünftig Zusätzliche anbieten? Gibt es für euch auch “uninteressante“ Medien?
Wir veröffentlichen Vinyl, CD, DVD. CDs und DVDs haben wir zwar bis jetzt noch nicht rausgebracht, aber das heisst nicht, das wir das nicht machen werden. Ein Downloadshop, die Überlegung war auch schon da, mal sehen. Uninteressante Medien, ja, CDRs werden wir nicht rausbringen. Ne 5” vinyl single wohl auch nicht, das ist zwar ein sehr netter Gimmick, aber mehr halt nicht. Was ich mir aber durchaus vorstellen könnte, wären Boni wie z.B. (USB)Stick oder Speicherkarte bei einer LP dabei.


Habt ihr einen eigenen Shop bzw. Webshop? Wie wichtig ist ein eigener Shop?
?

Ja, wir bauen momentan an einem Shop. Hm, wie wichtig ist so ein Shop? Naja, man hat eine grössere Auswahl an Produkten in seinem Katalog, was dann hoffentlich auch verkaufsförderlich ist. Viele andere Label möchten halt auch gerne tauschen, dann ergibt sich das eigentlich von selbst, die Überlegung einen Shop aufzumachen. Ich glaube, irgendwie kommt man da auch nicht so wirklich drum herum, wenn man ein Label über einen längeren Zeitraum betreiben möchte. Wir werden aber wohl nicht allzuviele Sachen anbieten, dafür halt nur Gute :-)
Hauptsächlich ist Droehnhaus halt ein Label und kein Mailorder.


Welche Länder werden von euch beliefert? Nutzt ihr einen Vertrieb, oder werden eure Produkte im Eigenvertrieb ausgeliefert?
Alle, die wir beliefern können, also wohl alle, die keiner Einfuhrbeschränkung unterliegen.
Momentan nutzen wir leider keine Vertriebe, suchen aber nach welchen, die unsere Sachen in ihren Katalog aufnehmen. Zur Zeit liefern wir alles selbst aus, was leider sehr teuer für unsere Kunden werden kann, sobald etwas nach Übersee geht.



Wie werdet ihr auf neue Künstler aufmerksam?
Das ist verschieden, mal übers Netz, mal per Demo Anfrage. Manchmal machen uns auch die Künstler selbst auf befreundete Musiker oder Bands aufmerksam.


Ist es sinnvoller für ein Label, möglichst viele Künstler zu signen, oder ist “weniger - mehr”? Kann ein Label durch “je mehr - je größer” einen höheren Stellenwert bekommen?
Das muss jedes Label für sich und sein Portemonaie entscheiden. Anfangs werden das zwangsläufig eher weniger sein, wenn man LPs rausbringt geschieht das wohl schon aus Platzgründen. Die sind ja normalerweise nicht alle auf einen Schlag verkauft, bis dahin muss man die ja auch lagern - das kann schonmal recht eng in der Wohnung werden.

Grundsätzlich denke ich, erreicht ein label einen gewissen Status, oder Stellenwert,
durch die Veröffentlichungen an sich und nicht durch deren Anzahl, oder Höhe derer Auflage.


Gibt es eine Demo Policy? Wer checkt die Demos und entscheidet welche
Künstler eingeladen werden?


Sicher gibt´s ne Demo Policy. Am besten erstmal mailen, dann Demo mit neuen Tracks und auf jeden Fall Infos zuschicken und warten. Ganz normal halt! Wenn jemand zig Pseudonyme benutzt, oder unzählige free downloads im Netz hat, werden wir mittlerweile schon mehr als skeptisch.
Wir alle ...wenn ich die ganze Zeit von “wir” spreche, meine ich noch meine Freundin und meine Schwester, welche mir da freiwillig ein bisschen helfen... hier hören uns die Sachen an. Das letzte Wort hab zwar ich, aber ich geb da sehr viel auf die Meinung der anderen beiden und bezieh das auch immer in meine Entscheidungen mit ein.

Wieviel Releases habt ihr durchschnittlich im Jahr?  Wie lange werden
diese zuvor geplant?

Pro Jahr vielleicht so 7 - 10 St. Die Planung dauert verschieden lang, aber mindestens zwei, drei Monate. Seconds in Formaldehyde - “a shiver in red” hat fast ein Jahr gedauert, die sollte aber auch eigentlich schon viel früher erscheinen.
Ich plane lieber ein wenig mehr Zeit ein als eigentlich nötig, Veröffentlichungstermine gebe ich mittlerweile sowieso erst frei, wenn die Sache so gut wie im Kasten ist. Sowas verschieben müssen - ok, das kann passieren, aber grundsätzlich finde ich das doof.
Gerade Anfangs sollte man sich, meiner Meinung nach, mit fixen Releaseterminen etwas zurückhalten. Auch im vorraus zig Alben ankündigen ist nicht so das Wahre, denke ich. Sowas kann ganz schnell einen schlechten Nachgeschmack hinterlassen.
Insgesamt sollte man sich, dabei viel Zeit nehmen und nicht erwarten, das sich das schnell bezahlt macht - zumindest nicht bei der Musik, die wir rausbringen.
Schon alleine deswegen werden wir wohl erstmal nicht mehr Sachen pro Jahr veröffentlichen. Mal abgesehen davon, das ich 7 - 10 Tonträger, für so ein Mini Label wie unseres, schon als eine beachtliche Anzahl von Veröffentlichungen betrachte.


Gibt es eine Verbindung zur "Heimatstadt" des Labels? Denkst du das Label würde seine Identität verlieren wenn es in eine andere Stadt ziehen würde?
Nein - ausser das ich gerne hier lebe, gibt es da keine Verbindung. Ich hab mal eine Zeit in Berlin gewohnt, das war zwar nicht so sehr lange, aber hat gereicht - ich bin nicht so der Stadt Typ.


Welchen eurer Releases würdest Du als den Erfolgreichsten bezeichnen?
Naja, die Drh #1 ist weg, und Drh #4.5 so gut wie, von daher wohl die - aber erfolgreich?  
Frag mich da einfach nochmal in nem Jahr, dann kann ich Dir da wohl mehr zu sagen.


Neben den Verkaufszahlen welcher Release ist dein persönlicher Favorit?

Du meinst ne Lieblings LP? Ich kann Dir höchstens sagen, welche ich so nicht rausgebracht hätte, aber einen Favorit habe ich nicht. Ich höre mir, bis auf diese eine, alle Sachen von uns gerne an, ich glaube sonst wären die auch garnicht auf Droehnhaus rausgekommen.
Gestern hab ich mir nochmal die “Wolfsduister - altaar” angehört, die kannst Du klasse in einem Techno set auflegen, gerade wenn du mal keinen Bock hast, aufs Timing achten zu müssen, haha!


Niemand spricht gerne über Misserfolge, trotzdem, wie viel muss Zeit vergehen bis man einen Release definitiv als Flop bezeichnen kann? Gab es schon den Fall, dass sich ein Release erst gar nicht verkauft hat so dass man ihn als Flop abgeschrieben hat und plötzlich verkaufte er sich durch Zufall wie “geschnitten Brot“?  
Das kommt wohl auch auf die Musik an, wieviel Zeit vergehen muss, das man das beurteilen kann. Das eine Scheibe erst nach zwei, drei Jahren richtig bekannt wurde, das hat es bestimmt schon öfter gegeben. Ob sich eine LP/ CD dann nachher tatsächlich noch verkauft wie “geschnitten Brot”, wie Du so schön sagst, das ist wohl auch von vielen Zufällen abhängig, wohl aber eher die Ausnahme.



Dein Gefühl: Würdest du sagen es ist für Label schwieriger geworden durch p2p, mp3...?

Hm, ich mach das ja noch gar nicht lange - wenn das schwerer geworden ist,
hat das aber bestimmt nichts mit mp3s, oder so, zu tun. Das sollte man durchaus als einen klaren Vorteil ansehen und auch nutzen. Probleme ergeben sich vllt. aus dem Umgang mit der Möglichkeit an sich, seine Musik fast umgehend weltweit präsentieren zu können.


Welche Medien nutz ihr für die Promotion? Wie wählt ihr eure Medienpartner aus? Im Allgemeinen, wie wichtig sind die Medien heute für die elektronische Musik?Was ärgert dich am meisten wenn du mit den Medien arbeitest? Eine schlechte Review, keine Rückmeldung...
Alle, also alle , die wir entweder für Lau nutzen können, oder uns halt leisten können.
Na klar, suchen wir uns das aus, schon einfach aus Kostengründen. Printmedien z.B., das fällt für uns so gut wie komplett weg, das würde auch definitiv unseren finanziellen Rahmen sprengen. Natürlich können wir auch nicht jedem Blog XY, n Promopaket kostenfrei zuschicken, das wäre auch zu teuer. Mal abgesehen davon hast Du bei so kleinen Auflagen nicht unbedingt extrem viel Promomaterial zur Verfügung.

Medien insgesamt sind wichtig, ist doch auch ein Mediengeschäft! Inwiefern Medien heute, gerade für elektronische Musik, wichtig sind? Was ist denn elektronische Musik? So richtig pur electronica? Vielleicht ist das ganze Ding da was schneller, aber sonst wird da wohl kein grosser Unterschied sein, denke ich mal.

Am meisten ärgert mich, wenn keine Rückmeldung kommt. Solange eine Kritik konstruktiv ist, kann die auch nicht wirklich schlecht sein. Klar! Richtige Verrisse fänd ich zwar nicht dolle, aber das wäre immer noch besser als gar keine Antwort.


Musik ist ein Geschäft wie jedes andere. Wie wichtig sind im Umgang mit Künstlern, Promotern und Vertrieben die Freundschaft und das Vertauen? Trennst du diese Dinge im Geschäftsleben?
Vetrauen ergibt sich aus einer längeren Zusammenarbeit, das ist auch der Grund warum wir eine solche gerne bevorzugen. Ein freundschaftliches Verhältnis zu den Bands und Künstlern ergibt sich dann meistens mit der Zeit. Vertrauen und Freundschaft sind grundsätzlich sehr wichtig, egal, ob Privat- oder Geschäftsleben.
Ob ich das trenne? Ja.


Dein ganzer Tag, dreht sich vermutlich um das Geschäft mit
"Musikmedien" Gehst du trotz allem noch in einen Plattenladen um Musik zu kaufen?

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Na sicher, in Plattenkisten rumstöbern macht doch verdammt viel Spass!


Katalog:

•     Drh #1 FOSSA - untitled 7“, clear vinyl; 2008
•     Drh #2 SECONDS IN FORMALDEHYDE - a shiver in red LP/ ltd.DLP; 2009
•     Drh #3 MYSTIFIED - pulse ringer pieces LP, clear blue vinyl; 2009
•     Drh #4 UFESAS - black ride 7“; 2009
•     Drh #4.5 RAPOON/ RELAPXYCH.O - split LP; 2009
•     Drh #5 WOLFSDUISTER - altaar 7“; 2009
•     Drh #6 MOUNTAIN WITCH/ HEAD OF THE TAURUS - split LP; 2010 (noch nicht veröffentlicht)
•     Drh #7 N - prora LP; 2009
•     Drh #8 ANDREAS BRANDAL - reverse the night LP; 2009
•     Drh #9 MOUNTAIN WITCH - scythe & dead horse LP, white vinyl, variant cover; 2009



www.droehnhaus.de
Releasing fine music!



Photos by permission of Droenhaus

Interview Michael Mück/Winter 2009/2010

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