Brian Cares - February 2009 German Version



CM>>>Der Titel sowie das Cover deines Debütalbums “Fingerprints“ löste bei mir, bevor ich es überhaupt angehört habe, das Bild einer Sammlung oder besser Ansammlung von persönlichen Erfahrungen und Geschichten die du mit anderen Menschen teilst aus. Was steckt hinter dem Album und seinem Titel?
Brian Cares>>>Das siehst du ganz richtig. Die Stücke sind tatsächlich im Laufe von ca. 2 Jahren entstanden und waren gar nicht für eine Veröffentlichung in der vorliegenden Form gedacht. Alle Stücke sind spontan, ohne jede Vorgabe entstanden und spiegeln Erlebnisse oder Gespräche wieder, die sich wie Fingerabdrücke auf einer Scheibe oder einem Spiegel abbilden. Wir haben einfach Themen aus unserem Alltag aufgegriffen und verarbeitet. Im Laufe der Zeit haben sich so um die 25 Songs angesammelt. Durch einen Zufall sind sieben der neun vorliegenden Songs in einem Ordner auf meinem mp3 Player gelandet und ich habe sie das erste Mal zusammen gehört. Sie haben, in meinen Ohren, sofort zueinander gepasst und ich habe das erste Mal die Idee zu einem Album in dieser Form gehabt. Ich habe sogar die Reihenfolge aus besagtem Ordner auf der CD übernommen. Man kann schon sagen, das die vorliegenden Songs einen gewissen Ausschnitt aus dieser Zeit wiederspiegeln.



CM>>>Wie ist das Album entstanden, hast du zuerst die Musik geschrieben und Sie dann den einzelnen Vocalists vorgespielt? Und wenn dem so ist, hattest du beim Schreiben der Stücke schon einen speziellen Künstler vor Augen der das Stück singen soll? Oder ist jedes Stück unterschiedlich entstanden?
Brian Cares>>>Bei den meisten Stücken sind die Musik und die Vocals parallel im Studio entstanden. Mit Howard und Justine haben wir mehrere Sessions gehabt, bei denen ich aus irgendeinem Sample oder einer Gitarrenlinie einen Loop gebaut habe. Die Texte sind unter dem Einfluss der Musik geschrieben worden. Die Songs mit Raz entstandenin bißchen anders. Grundlage von "40Degrees" war ein Akustikstück, das ich für GetPhysical remixen sollte. Dieser Remix wurde abgelehnt und ist dann in einem Edit auf dem Album gelandet. Der Beat für "Dissolve" ist bei einer Session mit Raz entstanden, bei der ich ihm eigentlich nur eine Software erklärt habe. Raz hatte noch einen alten Text, der perfekt gepasst hat und den er dann im Studio von Apparat aufgenommen hat.

CM>>>Woher kennst du Howard, Justine, Raz und Jake? Und wie habt ihr für das Album zusammengearbeitet? Hast du die Tracks rumgeschickt und Sie haben jeweils dazu gesungen oder habt Ihr euch im Studio getroffen?
Brian Cares>>>Howard kenne ich über einen Schulkollegen, der Drummer in seiner Band PHP war. Wir haben unsere ersten Recordings Ende der 90er gemacht. Raz hatte ich unbewusst auch um diese Zeit wahrgenommen.
Er spielte damals noch in einer losen Formation regelmäßige Sofakonzerte in der Maria am Ostbahnhof. Einige Jahre später habe ich ihn über meine Freundin, die bei Kitty Yo, seinem Label, arbeitete kennen gelernt.
Irgendwann haben wir auf der gleichen Party gespielt. Raz mit seinem Danceset und ich als Dj. Wir sind uns in all den Jahren oft über den Weg gelaufen, habe es aber erst um 2005 gemeinsam ins Studio geschafft.
Jake habe ich während einer durchzechten Nacht in der Bar25 kennen gelernt. Er kannte Raz ebenfalls und schon war eine Verbindung hergestellt. Mit diesen beiden habe ich dann auch einige Zeit später Justine bei einer feucht-fröhlichen Runde im White Trash kennen gelernt.

CM>>>Würdest du manche der Sänger mittlerweile als Freunde bezeichnen?
Brian Cares>>>Sicher. Wir kannten uns ja alle schon eine Weile, bevor wir ins Studio gegangen sind. Und ich treffe alle immer noch regelmäßig und wir hängen gemeinsam rum oder gehen aus..

CM>>>Verändert so eine gemeinsame Arbeit an einem Album die Art wie man sich gegenseitig wahrnimmt? Ich meine das man über den anderen mehr erfährt und ihn besser kennen gelernt?
Brian Cares>>>Man lernt sich mit Sicherheit besser kennen, wenn man seine Zeit tagelang in einem Studio verbringt. Es waren ja keine Sessions mit bezahlten Profis, sondern eher eine "Abhängsituation"
Und indem man eh miteinander spricht erfährt man schon einiges über sein Gegenüber und auch sich selbst.

CM>>>Hast du die auch die Texte geschrieben oder haben die Sänger diese jeweils frei zur Musik hinzugefügt?
Brian Cares>>>Die Sänger waren allein verantwortlich für die Texte. Ich habe vielleicht hier und da Tipps gegeben oder meine Meinung gesagt. Aber da es sich fast ausschließlich um Muttersprachler handelt, konnte ich an dieser Stelle nicht so viel Input geben.

CM>>>Mit so vielen Künstler zu arbeiten, kann man schon mit echter Bandarbeit vergleichen. Bist du ein Mensch der gerne mit vielen zusammen arbeitet oder bist du in der Regel eher ein Einzelgänger?
Brian Cares>>>Teamwork hat seine Vorteile, aber auch seine Schattenseiten. Im Falle von „Fingerprints“ habe ich mir die Freiheit genommen alle Entscheidungen bis zum finalen Arrangement selber zu treffen. Das war den Künstlern in den meisten Fällen auch recht, da die finale Ausarbeitung manchmal sehr zeitaufwendig und aufreibend sein kann. Einige Stücke sind durch etwa 20 Versionen gelaufen, bis ich zufrieden war. Bei meinen früheren Bandprojekten war die Entscheidung für oder wider ein Element wesentlich demokratischer und dadurch musst man sicher auf allen Seiten Zugeständnisse machen. Für „Fingerprints“ habe ich mir quasi das Beste aus beiden Welten genommen: Den Kreativen Input der Künstler und die Feinheiten des Executive Producer.

CM>>>Beschleunigt oder bremst die Arbeit mit mehreren Künstlern den Schaffensprozess? Ich meine zum einen kann dies sehr inspirierend sein aber man muss sich eventuell ja auch viel mehr abgleichen?
Brian Cares>>>Bei „Fingerprints“ gab es verschieden Modi. Howard und Jake waren nicht allzu tief in den weiterführenden Prozess nach den Recordings involviert und haben mir völlige Freiheit gelassen.
Raz hatte schon die eine oder andere Vorstellung von der Umsetzung. Am intensivsten war die Zusammenarbeit mit Justine. Hier haben wir tatsächlich an jedem einzelnen Takt herumeditiert.
Justine hat klare Vorstellungen von der Dramaturgie ihrer Stimme, was ich versucht habe, so gut wie möglich umzusetzen, da ich auch wollte, das die Künstler mit ihrem Auftritt zufrieden sind.

CM>>>Ich habe dich vor ein paar Jahren auflegen sehen und war fasziniert wie... ja individuell du auf das Publikum reagiert hast ohne dass je de rote Faden in deinem Set verloren ging. Das Album folgt dieser Chamäleonideologie, es ist zu reich an unterschiedlichen Sounds und Einflüssen, von jazzigen Parts rüber zu Techno hin zu Hip-Hop Einflüssen. Dieses offene und gleichzeitig sich nie selber verbiegen, würdest du dies als eine deiner Charakterzüge bezeichnen? Oder meinst du man kann sich selbst eher schlecht einordnen?

Brian Cares>>>Ich denke, diese „Freiheit“ beruht auf meiner musikalischen Sozialisation. Durch das Fehlen von dedizierten Plattenläden war ich in meiner Jugend eher auf das Medium Radio angewiesen.
Ich habe sicher in die ein oder andere „Jugendkultur“ hineingeschnuppert, fand jedoch die einzelnen stilistischen Zuordnungen eher dogmatisch und hinderlich. Bis ich zu meiner eigenen
Sprache gefunden habe hat es eine Weile gedauert. Und auch heute empfinde ich mein Repertoire oft noch als lückenhaft und versuche einfach ständig diese Lücken zu füllen.

CM>>>Eine beliebte Frage die ich immer wieder gerne stelle, weil sie mich immer wieder umtreibt, was kam bei dir zuerst, der DJ oder der Musiker?
Brian Cares>>>Dj. Ich habe mir von meinem Weihnachtsgeld ´96 oder ´97 meine ersten 15 Platten gekauft und an Silvester aufgelegt. Das hat funktioniert, ohne darüber nachzudenken. Ich hatte schon einige Jahre vorher einige Monate Klavierunterricht genommen, Jedoch empfand ich das zu dem Zeitpunkt eher anstrengend. Ich würde mich auch heute nicht als Musiker bezeichnen, da ich kein Instrument wirklich spielen kann. Ich sehe meine Rolle eher in der eines Regisseurs, der Talente erkennt und sie seine Vorstellungen entsprechend einsetzt.

CM>>>Arbeitest du ausschließlich mit Software oder benutzt du für manche Sounds auch Hardware und Instrumente?
Brian Cares>>>Ich benutze eigentlich jeglich Quelle und probiere alles aus. Im Moment arbeite ich sehr viel mit meiner MPC 1000 und einem speziellen Betriebssystem namens JJOS. Dazu läuft Software wie Abletons Live und ProTools. Für „Fingerprints“ haben wir auch sehr viel Gitarre und Percussions aufgenommen und im Rechner bearbeitet. Ich bin Fan dieser bestimmten Soundästhetik, die sich in den 90er mit der Computertechnik entwickelt hat und „menschliche“ Artikulation in ein neues „Grid“ setzt. Daraus entstehen interessante Gegensätze. Wichtig war mir bei „Fingerprints“ die Erhaltung der Performance der Sänger. Wir haben schon sehr viel editiert, jedoch habe ich immer Methoden benutzt, die dem Charakter de Stimme am ehesten entsprachen.


CM>>>Ich finde, und das wirklich ohne dir Honig um den Mund schmieren zu wollen, dass das Album ganz besonders ist, da es musikalisch sehr vielschichtig ist und gleichzeitig neben deiner einzigartigen Musik von den unterschiedlichen Sängern lebt. Eine ganz besondere Leistung und Herausforderung. Hast du schon Pläne für ein neues Projekt?

Brian Cares>>>Ich werde sicherlich neue Sachen für eine zweite „Fingerprints“ Veröffentlichung aufnehmen. Die Arbeitsweise reizt mich schon sehr, da sie meinen Ambitionen am nächsten kommt.
Wir planen gerade eine Liveshow. Da ich aber nicht auf ein klassisches Bandschema zurückgreifen möchte, wird das ganze technisch anspruchsvoller und erfordert eine komplett andere Planung. Ich schaue mir im Moment viele Liveshows an und überlege, welche Möglichkeiten es noch geben könnte Musik aufzuführen.
Sehr spannend ist gerade die Arbeit an Howards Soloalbum, die ich als Produzent begleite.
Wir haben gerade um die 50 Songs katalogisiert und sind in der Planungsphase für die ersten Recordings. Dieser Fundus an Songs, der mich an Johnny Cashs American Recordings erinnert birgt sehr viel Potential und es ist interessant zu sehen, wie sich auch Howards Verhältnis zu seinen eigenen Songs entwickelt. Vieles von dem Material, das ich in den letzten Wochen gehört habe ist 10 bis 15 Jahre alt und wurde noch nie aufgenommen...

CM>>>Du hast ja schon einige Releases veröffentlicht, aber wie fühlt es für dich an so kurz vor dem Release deines Debütalbums? Macht dich das Resultat glücklich?
Brian Cares>>>Die Fertigstellung des Projektes stellt auf jeden Fall eine Erleichterung dar. Im Grunde fühlt es sich an wie die Abgabe einer Diplomarbeit. Die komplette Produktion mitzugestalten und mit dem großartigen Team zusammenzuarbeiten war eine tolle Erfahrung und etwa völlig anderes als eine Dancemaxi.

CM>>>Hast du die Stücke Freunden, deiner Familie vorgespielt, bevor sie aufs Album kamen? Oder wie gleichst du dich ab?
Brian Cares>>>Ein paar Freunden und auch die Künstler sowie das Label haben die Stücke vor Veröffentlichung gehört. Manchmal macht es Sinn, sich die Musik mit anderen Leuten anzuhören. Dabei bekomme ich oft ein Gefühl für das Arrangement oder Sounds die noch nicht so passen, da ich dabei mit den Ohren des anderen hören kann.

CM>>>Wie wird das Album präsentiert? Gibt es eine Clubtour? Oder vielleicht sogar ein Konzert mit allen Mitwirkenden?
Brian Cares>>> Wie schon gesagt arbeiten wir gerade an einer Liveshow.
Ich hätte gern alle Beteiligten auf der Bühne. Leider sind hier die Möglichkeiten aufgrund dr individuellen Karrieren und Zeitpläne beschränkt. Wir probieren gerade eine gesyncte Videoshow aus. Dies ist allerdings relativ aufwändig und teuer. Daher werde ich vorerst eher als Dj im Sommer ein wenig touren gehen.

CM>>>In wie weit bist du in der bar25 involviert, bist du dort Resident? Oder gehörst du auch zu den Initiatoren? Kannst du mir etwas über bar25 erzählen? Es ist zum einen Location, Netradio und Label...
.
Brian Cares>>>Ich kenne einige der Macher seit ca. 8 Jahren und habe von den ersten Events an für sie gespielt.
Ich habe sehr viel Zeit auf dem Gelände verbracht und würde einige Leute dort als Freunde bezeichnen. Im vergangenen Sommer habe ich mit Raz 2 Wochen dort gewohnt und ein kleines Studio eingerichtet. Der Ort und die Menschen gehören für mich zu den kreativsten und offensten die ich kenne. Hier kann jeder Teilnehmer seine persönlichen Vorlieben und Talente ausleben. Ob das musikalische, handwerkliche oder organisatorische Fähigkeiten sind, jeder kann sein persönliches Element einbringen.

CM>>>Lach mich ruhig aus, aber Brian Cares nehme ich an ist dein Künstlername? Oder? Wenn es so ist wie kam es dazu?

Brian Cares>>>Ich bin mir nicht mehr sicher, gaube aber, das der Name bei einem Gig in Schweden um 2000 entstanden ist. Er war einfach da, hat gut geklungen und Sinn gemacht. Also habe ich ihn behalten.


CM>>>Wie bist du zur elektronischen Musik gekommen? Durch Freunde einen großen Bruder oder eine besondere Platte die deine Neugier geweckt hat?
Brian Cares>>>Meine ersten Ehrfahrungen mit Musik hatte mit dem Radio. Elektronische Dj-Musik war die erste und einfachste Art und Weise Musik „anzufassen“.

CM>>>Hast du von Anfang an Techno aufgelegt oder bist du über einen anderen Stil z.b. Drum and Bass oder Hip-Hop zu Techno gekommen?
Brian Cares>>>Meine ersten Platten waren tatsächlich Techno und Acid Platten. Ich habe mich aber schnell erweitert und auch HipHop Djs auf die Finger geschaut und meine Routinen geübt. In den ersten Jahren habe ich auch noch wesentlich freestyliger aufgelegt. Mit de Minimawelle wurde es mir dann irgendwann doch ein wenig zu dogmatisch und ich habe mit den Arbeiten an „Fingerprints“ begonnen. Heute habe ich mir eine gewisse Freiheit in meinen Sets zurückerobert und spiele eigentlich alles.

CM>>>Was machst du neben deiner Arbeit als DJ?

Brian Cares>>>Ich arbeite als Feelancer für Producktionsfirmen als Post Production Techniker, mache Audiomastering und Recording. Im Moment gründen wir eine eigene Produktionsfirma,mit der wir zum Beispiel gerade unser erstes Musikvideo in FullHD fertiggestellt haben und das auf seine Veröffentlichung wartet. Hierbei geht es in erster Linie darum, das Potential, das sich mit den Arbeiten an „Fingerprints“ eröffnet hat noch gezielter zu nutzen.

CM>>>Stammst du ursprünglich aus Berlin oder hat es dich irgendwann in die Hauptstadt gespült?
Brian Cares>>>Ich bin mit der Volljährigkeit aus der „Perle der Altmark“, einem kleinen Städtchen in Sachsen-Anhalt, nach Berlin gezogen. Der Grund war eine Zivildienststelle und die räumliche Nähe zum Hardwax.



CM>>>Berlin ist in den letzten Jahren ein Magnet für junge Menschen, Musiker und Kreative geworden. Das „hipp“ werden eines speziellen Platzes bedingt oft auch den Ausverkauf von dem speziellen, das es vielleicht mal ausgemacht hast. Wie empfindest du dein Berlin, hat sich was zum Guten oder auch zum Nachteil in den letzten Jahren geändert?
Brian Cares>>>Berlin ist eine großartige Stadt, zu der mir auch kein Vergleich einfällt. Seit ich hier bin verändert sich die Stadt. Die ersten großen Umbau und Veränderungsmaßnahmen habe ich am Hackeschen Markt mitbekommen. Diese Veränderung setzt sich bis heute fort. Berlins grosse Stärke ist die potentiell kreative Atmosphäre, die sich mit vielen Umständen und Problemen wie Gentrifizierung auseinander setzen muss und doch immer wieder einen Weg findet sich auszuleben. Zum Nachteil kann weniger disziplinierten Menschen sicher das extensive Nachtleben und großartige Freizeitangebot gereichen. Ich kenne einige Studenten, die die Stadt nach 2 Semestern wieder verlassen haben, weil es einfach an Struktur und Disziplin fehlte.
Ich denke, das wichtigste in und für Berlin ist, eine Balance zwischen dem kreativen Input und einer angemessenen Arbeitsphilosophie zu finden.


CM>>>Dann lass uns doch noch kurz in der Sparte „früher war alles besser“ bleiben, wie empfindest du persönlich die Entwicklung von Techno in den letzten Jahren?
Brian Cares>>>Eigentlich ist Techno für mich seit den 90ern ein geschlossenes, in sich rotierendes System.
Innovationen finden hauptsächlich im Computer mit neuen PlugIns und Methoden statt.
Das musikalische Skelett ist immer noch das Selbe wie vor 15 Jahren. Hier ähneln sich Rock und Techno schon sehr, obwohl das jeweils beide Lager vielleicht nicht so gern hören.
Es gibt sicher immer wieder Produzenten, die Akzente setzen, jedoch ist das Business immer noch das gleiche.

CM>>>Den ganzen Tag liest und hört man in den Nachrichten, dass alles schlechter ist oder wird. Lässt di dich davon anstecken? Oder hast du deine persönliche Strategie gegen das verordnete Schwarzsehen?
Brian Cares>>>Natürlich mache ich mir Sorgen und Gedanken über bestimmte Aspekte unserer Zeit.
Bei Dingen, auf die ich jedoch absolut keinen Einfluss habe muss ich mich entziehen und einfach darauf konzentrieren, wenigstens meine eigene kleine Welt in Ordnung zu halten.
Vielleicht kann ich irgendwann meinen Einflussbereich und meine Ressourcen dazu nutzen, die Welt ein bisschen besser zu gestalten.


CM>>>Wenn ich richtig informiert bin, bist du letztes Jahr dreißig Jahre alt geworden... hat sich irgendwas in deinem Empfinden oder Leben geändert?
Brian Cares>>>Ich weiß nicht, woher diese Information kommt... (lacht)
Jeder Abschnitt hält Aufgaben bereit, die einen wieder auf größere Aufgaben vorbereiten.
Diese Erkenntnis hat sich bei mir in letzter Zeit durchgesetzt. Die Zukunft baut sich auf die Vergangenheit auf und wir haben jeden Tag die Gelegenheit, aus Fehlern zu lernen.

CM>>>Was brauchst du für einen perfekten Tag?
Brian Cares>>>

8.30h Aufstehen, Fencheltee mit Honig
9.00h Schwimmen oder Joggen
10.30h Capuccino und Panino in der Paninologie, e-mails, Telefonate
11.30h Studio, die Aufnahmen mit Roisin vom Vorabend noch mal durchhören
14.30h Roisin muss zum Flughafen, das Management hat hervorragend gearbeitet:
30 min später kommt Leslie in Tegel an
15.30h Anruf von der US.Division: Timbaland verdoppelt das Angebot für den
Justine Timberlake Remix auf 125k: Gut, sie sollen die Files schicken,
ich hörs mir mal an
16.30h Wir kommen mit Leslie im Studio Wong an. Der Techniker hat schon alles
vorbereitet. Die Aufnahmen laufen perfekt. Der neue Apple Trailer ist so gut
wie im Kasten. In der Pause schauen wir auf einen Spliff bei den Jungs
von Seed eine Etage drüber vorbei. Die feiern Peters Goldstatus mit
einer Buddel Rum...
20.00h Abendessen im Schlesich Blau. Die Frischlingslendchen sind wieder mal unschlagbar.
Der Hauswein fließt..
23.00h Nach Hause torkeln.. Schnell noch Sachen für die Tour packen.
Der Flieger nach Neuseeland geht um 6h... sncr..

Photos by permisson of Brain Cares
Interview Michael Mück
All rights reserved Cuemix-Magazine

www.myspace.com/briancares